Anne Cathrin Buhtz

Preisträgerin Anne Cathrin Buhtz mit dem Leioziger Theaterpreis 2025.

Seit 20 Jahren verleiht der Freundeskreis des Schauspiel Leipzig e.V. den THEATERPREIS – zur Förderung des Stadttheaters und zur Anerkennung seiner Leistungen. Mit dem Preis sollen besondere künstlerische Leistungen geehrt werden, die Programm und Profil des Schauspiels in Leipzig prägen. Bisherige Preisträger waren u.a. Anja Schneider, Barbara Trommer, Cordelia Wege, Matthias Hummitzsch, Andreas Keller und Wolfgang Engel, der in unseren Gedanken bei uns ist. Nun freuen wir uns den Theaterpreis an Anne Cathrin Buhtz zu überreichen.

Liebe Anne Cathrin, Du bist seit zwölf Jahren am Schauspiel Leipzig engagiert und wir hatten die große Freude, dich in unzähligen Rollen auf allen Spielstätten dieses Hauses erleben zu dürfen. Leichtfüßig tänzelnd, so beginnst du deinen Richard. In Enrico Lübbes beeindruckender Inszenierung zeigst du, im Zusammenspiel mit einem großartigen Ensemble, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse manchmal verschwinden gering sind. Bravourös deine Darstellung in einem Abend der zwischen großen Bildern und kammerspielartigen Szenen variiert. Dein Schlussmonolog ist eine der beeindruckendsten Momente, die wir im Theater erleben durften. Zwischen Macht, Wahnsinn und Verzweiflung treibst du allein die Szene auf der Großen Bühne voran. Am Ende mündet alles in einem Kampf, den Richard vor allem gegen sich selbst führt, was uns an Mächtige unserer Zeit erinnert.

Anne Cathrin Buhtz mit Kettenhemd, Krone und Schwert als Richard III
© Rolf Arnold

Und da im Leben, wie im großen Weltgeschehen, die Übergänge zwischen Tragik und Komik oft sehr fließend sind, erleben wir am heutigen Abend einen völlig andere Seite deiner Darstellungskunst, eine vorzügliche komische Darbietung. Im perfekt abgestimmten Zusammenspiel zwischen dir und Bettina werden wir Zeugen komödiantischer Sternstunden. Auch gab es selten schönere und grazilere Bühnenabgänge als die deiner Abby Brewster.

Du hast dir den Satz des Theatermachers Dario Fo „Die erste Regel des Theaters ist die, dass es keine Regeln gibt“ in deiner künstlerischen Arbeit zu eigen gemacht. Ob mit perfekt artikuliertem Schweizer Dialekt in „Niederwald“ oder als Gerichtsrätin Walter in „Der zerbrochene Krug“ als kongeniale Mischung zwischen mafiösen Auftreten und undurchsichtigem Agieren, erschaffst du durch dein Spiel immer wieder bleibende Theatermomente.

Im April wird das Publikum dich in Heiner Müllers „Die Umsiedlerin“ auf der Interims-Spielstätte ag(o)ra erleben dürfen. Von Müller stammt der Ausspruch vom Theater als kontrolliertem Wahnsinn. In diesem Sinne wünschen wir dir und deinem Publikum noch viele Momente des kontrolliertem Wahnsinns auf den Theaterbühnen.

Herzlichen Glückwunsch zum Theaterpreis!

Vorstand Alexander Sense überreicht der Preisträgerin Anne Cathrin Buhtz den Leioziger Theaterpreis 2025.
© Annemarie Bauer-Kiess

Andreas Keller

Theaterpreisverleihung Andreas Keller © Rolf Arnold

Seit 2005 verleiht der Freundeskreis Schauspiel Leipzig e.V. den Theaterpreis, um herausragende Leistungen und Verdienste rund um das Leipziger Schauspiel zu würdigen. Bisherige Preisträger waren u.a. Armin Petras, Barbara Trommer und Matthias Hummitzsch. Bei der Wahl zum Theaterpreis des Freundeskreises Schauspiel Leipzig für die Spielzeiten 2016/17 und 2017/18 wurde zum ersten Mal auch das Publikum befragt. Per Fragebogen konnten die Abonnenten und die Vereinsmitglieder ihre fünf Favoriten nominieren. Aus fünf Kandidaten wählt dann eine Fachjury den diesjährigen Preisträger, Andreas Keller.


Alles Fotos © Rolf Arnold. Vielen Dank für die freundliche Genehmigung.


Viele verschiedene Rollen hat Andreas am Schauspiel Leipzig bereits gespielt, sodass hier nur ein kleiner Ausschnitt seines Schaffens erfolgen kann. Es sind zugegebenermaßen besonders Stücke und Rollen, die dem Laudator in besonderer Erinnerung geblieben sind.

In Karin Henkels Inszenierung von Gerhard Hauptmanns „Die Ratten“ erlebten wir Andreas Keller in den Rollen von Herr John und Frau Knobbe. Hierbei gelang ihm, seinen Rollen sowohl Tiefe als auch Kraft zu verleihen und den schweren Grad zwischen Komischen und Tragischem überzeugend darzustellen. Erwähnt sei auch, dass er bei dieser Arbeit zusammen mit Torsten Ranft auf der Bühne stand, mit dem Andreas eine lange Freundschaft verbindet.

Einer der großartigsten Sterbeszenen des Theaters gelang ihm als König Duncan in Shakespeares „Macbeth“ unter der Regie von Sebastian Hartmann. Von Macbeth, dargestellt von Thomas Lawinky, mit einem Speer erstochen, rannte Andreas über die Bühne und Holger Biege sang dazu: „Gibt es den Reichtum der Welt – morgen noch?“. Die Szene steigerte sich, indem er mit der Grazie eines Stabhochspringers, nur mit Speer statt Stab, sprichwörtlich in den Tod sprang.

Bosestraße – Herbst 2009 – Damals Centraltheater – Ein Schwarzes Auto. Auf der Rückbank drei Zuschauer. Vorne zwei Schauspieler – Andreas Keller am Steuer, Sylvia Habermann auf dem Beifahrersitz. „Schwarztaxi“ hieß dieses ungewöhnliche Theaterprojekt der norwegischen Regisseurin Pernille Skaansar. Draußen: Die Stadt, in Dunkelheit getaucht, fließt an einem vorbei. Drinnen: eine Frau, ein Mann und ihre Geschichte. Andreas spielte diesen Mann mit beeindruckender Intensität, gleichzeitig gelang es ihm, die surrealen Elemente der Geschichte furios darzustellen. Lost Highway von David Lynch live! Lang nachwirkend wir hier Stadt und Passanten so verschmolzen, dass es schwer viel, zu unterscheiden was ist Realität und was Illusion. Besonderer Höhepunkt des Abends, wenn der Wagen einen finsteren Waldweg entlangfährt, plötzlich stehenbleibt, Andreas die Tür aufreißt und wegrennt und die Zuschauer plötzlich allein in einem Auto mitten in einem Wald nahe der Stadt zurückbleiben.

Aber auch bei Darstellung menschlicher Tragödien bleibt er im Gedächtnis. Der gescheitete Boxer aus Clemens Meyer „Die Nacht, die Lichter“ in der Inszenierung von Sascha Hawemann. Ein hochtrauriger und anrührender Moment gelang Andreas hierbei zusammen mit Anna Blomeier, der das Scheitern des Boxers zum Ausdruck brachte, gleichzeitig aber auch Versöhnung stiftete.

In Clemens Meyers Theaterstück „Der Traum von Hollywood“ ebenfalls in der Regie von Sascha Hawemann, wurden Bezüge zwischen dem Osten von Leipzig und dem großen Melodramatiker Douglas Sirk hergestellt. Andreas war hier ein Öl Magnat. Wie in den Filmen von Sirk sahen wir Menschen auf der Suche nach Glück scheitern und am Ende als gebrochene Persönlichkeiten zurückbleiben. In solchen Rollen gelingt es Andreas eine genaue Studie humanistischen Geistes, aber auch menschlicher Abgründe zu vermitteln.

Shakespeares „Sommernachtstraum“ . Hier war er der Oberon. In Philipp Preuss‘ rundum gelungener Inszenierung entführte Andreas Keller die Zuschauer in eine Melange aus Albtraum und Phantasie. Er verlieh dem König der Elfen eine einzigartige Abgründigkeit, die aber auch ironische wunderbar gebrochen wurde. Besonders in den Szenen mit Anna Keil und Markus Lerch verdeutlichte sich dies auf unvergessene Art und Weise. Auch in den Preuss-Abenden „Peer Gynt“ und „Gespenster“ überzeugte Andreas Keller durch sein intensives Spiel.

Unter Spielleitung des Theaterpreisträgers Yves Hinrichs war Andreas Keller in „Tschick“ und „Annie“ zusehen. Bei diesen Arbeiten stand er gemeinsam mit Spielerinnen und Spielern des Jugendclubs auf der Bühne. Ohne verklärende Sozialromantik gelingt ihm eine realistische Darstellung der Verhältnisse, gleichzeitig überzeugt er, gemeinsam mit allen anderen Spielern, mit jugendlicher Kraft und Ausdrucksstüärke. Zurzeit ist Andreas am Schauspiel Leipzig auch in „Jeder Stirbt für sich allein /Leipziger Meuten“ als ein grandios böser Obergruppenführer Heitler zusehen.

Im April wird er in der Premiere von Heinrich von Kleist „Prinz Friedrich von Homburg“ wieder in der Regie von Philipp Preuss zu sehen sein.

Der russische Filmregisseur Andrej Tarkowski hat einmal, über uns als Zuschauer gesagt: „Wir schauen nur, doch wir sehen nicht!“ Dank Schauspielern wie Andreas Keller schauen wir nicht nur, sondern sehen auch. Herzlichen Glückwunsch zum Theaterpreis!

Der Gewinner ist … Andreas Keller

Andreas Keller © Rolf Arnold

Der Theaterpreis des Freundeskreis Schauspiel Leipzig wird in diesem Jahr an Andreas Keller verliehen. Die Fachjury wählte den Schauspieler aus fünf Kandidaten, die in diesem Jahr erstmals von Freundeskreismitgliedern und Abonnenten gewählt worden waren.

Andreas Keller gelingt es, seinen Rollen sowohl Tiefe als auch Kraft zu verleihen und dabei dem Zuschauer eine genaue Studie humanistischen Geistes, aber auch menschlicher Abgründe zu vermitteln. Dabei schafft er hochtraurige und anrührende Momente, gleichzeitig ist Keller auch ein Könner anspruchsvoller Komik.

Andreas Keller ist das dienstälteste Ensemblemitglied des Schauspiel Leipzig. Seit 17 Jahren ist er hier engagiert, hat zwei Intendantenwechsel gesehen und prägt mit seiner unglaublichen Bühnenpräsenz in unzähligen großen und kleinen Rollen das Gesicht des Hauses. Er steht aktuell als Obergruppenführer Heitler in „Jeder stirbt für sich allein / Die Leipziger Meuten“, in „Sechs Personen suchen einen Autor“, in „Maria Stuart“, als Selsdon Mowbray in „Der nackte Wahnsinn“ und in den Jugendclubinszenierungen „Ännie“ und „Tschick“ auf der Bühne. Andreas Keller war der Oberon in „Ein Sommernachtstraum“, spielte in „Peer Gynt“, „Kasimir und Karoline“ und „Kruso“. In schönster Erinnerung sind seine Rollen in den Sascha Hawemann-Inszenierungen „Die Nacht, die Lichter“ und „Das Pulverfass“; unvergessen sind auch sein Herr John und die Frau Knobbe in Karin Henkels „Die Ratten“.

Die Preisverleihung findet am 16. März 2019 im Anschluss an die Dernière von „Sechs Personen suchen einen Autor“ auf der Hinterbühne des Schauspiel Leipzig statt. In der Inszenierung von Moritz Sostmann spielt Andreas Keller den Direktor der Theatertruppe, der sich nicht nur seinen Schauspielern mit all ihren Allüren, sondern auch noch einer überraschend auftauchenden, abgründigen Familie gegenüber sieht, die ihre Geschichte unbedingt auf seiner Bühne gespielt haben will.

Bei der Wahl zum Theaterpreis des Freundeskreises Schauspiel Leipzig für die Spielzeiten 2016/17 und 2017/18 wurde zum ersten Mal auch das Publikum befragt. Per Fragebogen konnten die Abonnenten und die Vereinsmitglieder ihre fünf Favoriten nominieren. Neben Andreas Keller waren das die Schauspieler Roman Kanonik und Bettina Schmidt und die Regisseure Enrico Lübbe und Philipp Preuss. Der Jury gehörten Tobias Prüwer (Kreuzer Leipzig/nachtkritik.de), Dimo Rieß (LVZ), Werner Mattke (Zuschauer), die Freundeskreismitglieder Susanne Briest, Rainer Mehlstäubl und Prof. Wolfgang Schwarz und – als Vertreter des Freundeskreisvorstands – Alexander Sense an.

Der Theaterpreis des Freundeskreises Schauspiel Leipzig ist mit 2500 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen. Ein Preis, um Danke zu sagen für besondere Leistungen für das Schauspiel Leipzig und eine Möglichkeit, das Haus und seine Gesichter noch mehr in die Stadt hineinzutragen.

Für Yves Hinrichs

Seit zwölf Jahren verleiht der Freundeskreis Schauspiel Leipzig e.V. den Leipziger Theaterpreis, um herausragende Leistungen und Verdienste rund um das Leipziger Schauspiel zu würdigen. In dieser Spielzeit wirkten drei Preisträger der vergangenen Jahre in aktuellen Produktionen mit. Der Regisseur Armin Petras, die Schauspielerin und Regisseurin Anita Vulesica und die Schauspielerin Anja Schneider.

Der diesjährige Preisträger ist Yves Hinrichs, der durch seine herausragende Arbeit mit dem Theaterjugendclub „Sorry, eh!“ am Schauspiel Leipzig, den der Schauspieler und Regisseur seit 2013 leitet, ausgezeichnete Jugendtheater-Arbeit leistet.

Nach „Frozen (Eisrauschen)“ (2014), „Wunderland“ (2015) und „Never Ever Disconnected“ (2016) hatten in dieser Spielzeit gleich zwei Jugendclub-Produktionen Premiere: „Einige Nachrichten an das All“ auf der Hinterbühne und „TSCHICK“ im Leipziger Stadtbad.

Junge Leute ins Theater zu holen – und zwar sowohl auf die Bühne mit den ersten schauspielerischen Schritten als auch in den Zuschauerraum –, dafür steht Yves Hinrichs mit seiner Arbeit. Es gelingt ihm in nunmehr schon fünf Produktionen, den Jugendlichen bemerkenswerte schauspielerische Leistungen zu entlocken: auf durchgehend hohem Niveau und in bemerkenswertem Gleichgewicht von professioneller Team-Arbeit auf der einen und der Spielleidenschaft und inspirierenden Individualität der jungen Menschen auf der anderen Seite. Hinrichs ermöglicht seinen Spielern einen Einblick in die Welt des Stadttheaters und das Erproben der eigenen Ausdrucksmöglichkeiten auf der Bühne. Und er ermöglicht dem Theater ein neues und neugieriges, ein junges Publikum, das sonst seinen Weg ins Schauspiel Leipzig nicht so leicht gefunden hätte.

In einer Zeit großer Umbrüche, Ängste und unbewältigter Konflikte scheut sich Yves Hinrichs nicht, bei der Auswahl seiner Stoffe, Stellung zu beziehen und aufzuzeigen, dass der immer öfter geäußerte Vorwurf der entpolitisierten Jugend in der Praxis nicht zutrifft. Er versucht den Wunsch Hannah Arendts nach zivilem Ungehorsam in seinen Inszenierungen ein künstlerisches Gesicht zu geben. Auch weißt Hinrichs zusammen mit seinen Spielern nach, dass es kein richtiges Leben im falschen gibt wie der berühmte Aufsatz von Theodor W. Adorno überschrieben ist.

Aber auch das Kunstcredo von Rainer Werner Fassbinder, dass man gegenüber den Publikum nie gefällig sein darf, sondern stets herausfordernd beherzigt Yves Hinrichs. Einfache Antworten auf komplexe Fragen und eine seichte Unterhaltung, die sich selbst genügt finden sich in seinen Arbeiten nicht.

Hinrichs Arbeiten mit den Jugendlichen finden in Leipzig immer ihr Publikum und auch überregional Aufmerksamkeit und Wertschätzung. So war der Theaterjugendclub „Sorry, eh!“ u. a. eingeladen zum 37. Theatertreffen der Jugend 2016 Berlin, zum 26. Bundestreffen „Jugendclubs an Theatern“ 2016 und zum Jugend Theater Festival Schweiz 2016.
Mit seiner letzten Arbeit Tschick und einer Uraufführung in der nächsten Spielzeit in der Diskothek, geht Yves Hinrichs neue Wege. Spieler seines Jugendclubs stehen zusammen mit Schauspielern des Ensembles auf der Bühne.

Yves Hinrichs

Theaterpreisverleihung an Yves Hinrichs© Rolf Arnold

Junge Leute ins Theater zu holen – und zwar sowohl auf die Bühne mit den ersten schauspielerischen Schritten, als auch in den Zuschauerraum – dafür steht Yves Hinrichs mit seiner Arbeit. Es gelingt ihm in nunmehr schon fünf Produktionen, den Jugendlichen bemerkenswerte schauspielerische Leistungen zu entlocken: Auf durchgehend hohem Niveau und im bemerkenswerten Gleichgewicht von professioneller Team-Arbeit auf der einen und der Spielleidenschaft und inspirierenden Individualität der jungen Menschen auf der anderen Seite. Hinrichs ermöglicht seinen Spielern einen Einblick in die Welt des Stadttheaters und das Erproben der eigenen Ausdrucksmöglichkeiten auf der Bühne. Und er ermöglicht dem Theater ein neues und neugieriges, ein junges Publikum, das sonst seinen Weg ins Schauspiel Leipzig nicht so leicht gefunden hätte. Hinrichs Arbeiten mit den Jugendlichen finden in Leipzig immer ihr Publikum und auch überregional Aufmerksamkeit und Wertschätzung. So war „Sorry, eh!“ u.a. eingeladen zum Theatertreffen der Jugend 2016 in Berlin und der Schweiz sowie dem 26. Bundestreffen „Jugendclubs an Theatern“.

Nach „Frozen (Eisrauschen)“ (2014), „Wunderland“ (2015) und „Never Ever Disconnected“ (2016) hatten in dieser Spielzeit gleich zwei Jugendclub-Produktionen Premiere: „Einige Nachrichten an das All“ auf der Hinterbühne und „Tschick“ im Leipziger Stadtbad. Der Jugendclub war u.a. eingeladen zum Theatertreffen der Jugend 2016 in Berlin und der Schweiz sowie dem 26. Bundestreffen „Jugendclubs an Theatern“.

Der Leipziger Theaterpreis wird seit zwölf Jahren verleihen, um herausragende Leistungen und Verdienste rund um das Leipziger Schauspiel zu würdigen. Bisherige Preisträger waren: Matthias Hummitzsch, Cordelia Wege, Barbara Trommer, Steve Binetti, Hagen Oechel, Guido Lambrecht , Anita Vulesica, Thomas Hertel, Wolfgang Engel, Anja Schneider und Armin Petras.

Die Verleihung des Leipziger Theaterpreises an Yves Hinrichs fand am 1. Juni 2017 im Anschluss an die Vorstellung „Einige Nachrichten an das All“ auf der Hinterbühne des Schauspiel Leipzig statt.

Für Matthias Hummitzsch

Scheitern, scheitern, immer scheitern, besser scheitern, lieber Matthias Hummitzsch, wie oft hast Du mir nicht dieses Zitat um die Ohren gehauen, nicht nur in der Szene, nein, auch außerhalb dieser, als ob Du es zu Deiner Lebensmaxime gemacht hättest, oder sollte es vielleicht Ausdruck gewesen sein, einer allgemeinen künstlerisch – schauspielerischen oder überhaupt gar lebensumständlichen Unzufriedenheit?

Aber nun sind wir ja schon mittendrin im Geschehen und wir wollen doch systematisch vorgehen und an die Anfänge zurückgehen. Also angefangen hat es mit unserer ersten Begegnung 1970, als da ein gelockter Jüngling in der Theaterhochschule, in der Wächterstrasse zum Unterricht erschien, lange Texte dreschen musste, in einem ständig verrauchten Zimmer, entschuldigend sei hinzugefügt, bei allerdings ständig geöffnetem Fenster, und ab und zu verführt wurde eine mitzurauchen, wie er mir gestand. Nach 2 Jahren Studium an der Hochschule, dann 2 Jahre Studio in Halle, wo er seinen letzten grundlegenden Schauspielschmiss erhielt, mit welchem er dann in einer ersten Aufbruchsstimmung mit anderen Kommilitonen in sein 1. Engagement nach Senftenberg aufbrach, um wieder einmal das Theater neu zu erfinden. In diesen „Zeiten des Aufruhrs“, wenn sie auch vielleicht damals ein wenig bescheidener ausfielen und in dieser Stimmung ging es dann weiter nach Schwerin, von wo aus mehrere unüberhörbare theatralische Impulse in die Republik ausgesandt wurden, sei es nun mit einem höchst merkwürdigen „ostdeutschen“ Liederabend, oder mit seltsam neuen „Matrosen von Cattaro“ oder dann mit jenem legendären „Faust“, den wir alle sehen wollten, ich auch, zumal ja unser Faust bereits vor der Tür stand. Und anlässlich eines Vorstellungsbesuchs dieses Faust’s, in welchem Du den Wagner gabst, kam es dann nach der Vorstellung zu einer freudigen, feucht-fröhlichen Wiederbegegnung, in welcher ich beiläufig anregte, sich doch vielleicht mal nach Leipzig zu orientieren. Du jedoch in Deiner wohlbekannten scheuen Zurückhaltung und vielleicht auch in einer etwas schlitzohrig-gespielten Bescheidenheit, dieses zurück wiesest.

Aber siehe da, mit welch überraschter Freude dann die Genugtuung als ein Jahr später, also 1981, in der Spielzeiteröffnungsversammlung bei der Vorstellung der neuen Kollegen, hier auf dieser Bühne, der Name „Matthias Hummitzsch“ fiel. Und nun begann Dein steiler Aufstieg. Zunächst natürlich noch klein und bescheiden, eine „Lemure“ im „Faust“, die mir das Grab zu schaufeln hatte. Und nun könnte ich ausholen zu einer schlagenden Bildzeitungs- Sensationsschlagzeile „Von der Lemure im Faust zur Titelfigur – welch ein Weg“. Aber dazwischen liegt eine Wegstrecke von 20 Jahren. Meine Damen und Herren, sie werden mir gestatten, bei diesem Streifzug durch 34 Jahre dieses Schauspieler-Lebens, nur die Stationen anzulaufen, in denen wir gemeinsam auf der Bühne standen, in unmittelbarer oder auch oft nur in mittelbarer Partnerschaft. Ich möchte betonen, es gab unendlich viele Ausflüge und Erfolge außerhalb dieses gemeinsamen Weges, die aber aufzuzählen unseren Zeitrahmen sprengen würden. Nach der „ Lemure“ nun schon der „Rodrigo“ im „Othello“. Und zu welchen Überraschungen Du fähig warst; als man in einer Vorstellung vergessen hatte Dich als Leiche von der Bühne zu entfernen, – aus bösartigem Schabernack unterstelle ich mal – ließest Du Dich per Drehscheibe in Othellos Schlafzimmer drehen und ich hatte mit unterdrückter Wut Dich als Leiche zu ignorieren.

Ein erstes Mal gab es die „3 Schwestern“, die ja dann noch einmal auf uns zukamen, allerdings in einer völlig neuen Rollenkonstellation, während ich in der 1. Inszenierung der Werschinin war, warst Du es dann 10 Jahre später in der 2. Der „Brackenburg“ im „Egmont“ folgte, der „Kreidekreis“ schloss an, der „Cassius“ im „Cäsar“, der „Ventidius“ in der „Herrmannsschlacht“, und Dein herrliches, markerschütterndes Gebrüll wenn Du dann jeweils von der Bärin zerrissen wurdest; die „Übergangsgesellschaft“ kam, jenes Vorwendestück das so oft gespielt wurde. Und „Strindberg’s“ „Vater“ kam und wir den blödsinnigen Regieeinfall des Regisseurs verfluchten, eine Zigarre zu rauchen, die wir uns doch beide gerade das Rauchen abgewöhnt hatten. Aber wir rauchten und sogar wieder mit Vergnügen. Und mit wie viel köstlicher Freude ergötzten wir uns an :“Nöth“, dem Namen jenes Bediensteten, den wir zu rufen hatten, um Rechenschaft zu fordern, weil er wieder einmal irgend was mit der Magd angestellt hatte. Diesen Namen brüllten wir dann auch immer wieder außerhalb der Vorstellungen durch’s Haus, vielleicht weil er so klangintensiv war oder weil er vielleicht auch ein bissel was von „Not“ verkündete. Und der „Revisor“ folgte. Wir im Vordergrund, der großen Rede Chlestakow’s lauschend, Du im Hintergrund als „Ossip“, und wenn im Vordergrund Chlestakow auf seine Wohnung in der Bel’Etage zu sprechen kam, Du im Hintergrund bei der Erwähnung dieses „Bel’Etage“ wie ein Hund belltest, zur jeweils großen Freude von uns , weil Du uns zeigtest mit welch skurriler Hintergründigkeit Du zu denken vermochtest, aber auch zum Unverständnis einiger anderer Kollegen. Und der „Wienerwald“ kam , „mein Gott, wie der die Salami frisst“. Und endlich „Tabori“ mit seinen gewaltigen „Goldbergvariationen“, dem jenes anfängliche Zitat entstammt. Und letztlich „Steinwalds“ mit den beiden unterschiedlichen Brüdern, Du der „fortgeschrittene“ Wessi, ich der „zurückgebliebene“ Ossi.

Dann kam es zu jener absurden Zwangsevakuierung, Du wurdest ins Exil getrieben um ja kein 15jähriger zu werden, ein blödsinniger Vorgang. Aber schon ¾ Jahr später erschienst Du ja wieder auf der Bildfläche, und bist nun, allen zum Trotz, mehr als ein 15jähriger geworden; stiegst ein mit dem totkranken „Eduard IV.“ im „Richard III.“, und wir konnten mit heimlicher Schadenfreude Deine Kämpfe sowohl mit Deiner exzellenten Gehhilfe, als auch mit Deinem Richardpartner beobachten. Der „Proctor“ in der „Hexenjagd“, und dann Dein wunderbarer „Kent“ im „Lear“. Und alle Figuren immer wieder mit einer scharfen Charakteristik ausgestattet. Nicht vergessen will ich jenes Zweipersonenstück namens „Kricket“. Mit welchem Horror wir das Stück lasen, 80 unvorstellbare Seiten irrsinniger Text, dann aber überraschenderweise eine 18seitige Stückfassung in die Hand bekamen. Unsere Haltung aber blieb weiterhin kritisch und skeptisch, die sich auch darin ausdrückte, dass Du, bei Deinem Auftritt jeweils an jedem Vormittag um 10, mit 22 Kricketschlägern beladen die Szene betratest und mir diese laut krachend und auch ziemlich unwillig vor die Füße knalltest. Und mit dieser Gereiztheit begann dann jeweils die Probe. Aber versöhnt wurden wir dann nach und nach in den Endproben, als wir zu spüren begannen: mein Gott, wir kommen ja an! und letztlich mit großem Bedauern dann hinnehmen mussten, dass das Stück, mit dem wir doch einen so schönen Erfolg hatten, vom Spielplan genommen wurde.

Eine letzte Station war der „Sonnenuntergang“. Wie viel Lachstürme hast Du ausgelöst als Du zum 1. Mal, den abwegigen Regieeinfall des Regisseurs befolgend, im Schottenrock erschienst, weil Dein „Prof. Geiger“ ja aus England anreiste. Aber schließlich gewöhnten wir uns auch daran, und es wurde ein so schöner Abschied nehmender „Sonnenuntergang“. Bis hierher, wie gesagt, waren wir des Weges gemeinsam gegangen, und aus der Anzahl der Stationen die ich aufgezeigt habe, und die ja nur die Hälfte sind, dessen was Du ansonsten noch zu bewältigen hattest, ist zu ersehen, wie vielfältig, umfangreich und ausschließlich Du positioniert warst. Unsere Begegnungen bei den „Alten Meistern“ oder bei unseren diversen Funkeinsätzen, u. a. sogar mit einer „Faust-Wagner“ Aufnahme des Osterspaziergangs, der noch heute ab und an gesendet wird, kann ich auch nur streifen, ebenso kann ich auch Deinem eindrucksvollen „Tartüffe“ nur Erwähnung tun. Desgleichen Deinen Tätigkeiten im Gebäude gegenüber, wenn Du versuchtest Deine Gaben weiter zu geben an eine neue Schauspielergeneration.

Ich, wie gesagt, war ausgeschieden, Du aber bist fortgeschritten auf neuen Wegen und einem neuen Intendanten in die Arme. Nur 2 Rollen aus dieser neuen Ära will ich herausheben die mir zum Erlebnis Deiner Schauspielkunst wurden und die mich wieder teilnehmen ließen an der Beharrlichkeit Deiner schauspielerischen Sendung, Deines maßgeblichen Maßstabs, Deiner hohen professionellen Fertigkeit. Das waren Dein „Arzt“ im „Zauberberg“ und Dein „Kutusow“ in „Krieg und Frieden“. 2 Figuren, in deren Unterschiedlichkeit Du aufzeigen konntest wessen Du befähigt bist. Ein „Faust“ kam auch noch einmal, aber doch in einer etwas fremderen Version.

Aber auch diese Ära ging zu Ende und schon sind wir angelangt bei einem 5. Intendanten und in einer wiederum neuen Epoche, und sind sozusagen wiederum in „Zeiten des Aufruhrs“ gelandet und bei dem heutigen Abend und Deinem „Miller“, den Du uns in gleicher Eindringlichkeit erleben ließest. Und nun soll Dir für dieses Dein Schauspiel-Dasein heute der Theaterpreis verliehen werden. Lieber Herr Hummitzsch: ich kenne Sie und weiß wie peinlich Ihnen das alles ist, aber da musst Du nun durch und beruhige Dich, es ist ja noch nicht der Nationalpreis, sondern zunächst der Theaterpreis des Freundendeskreises Schauspiel. Und vielleicht gelingt es Dir ja noch, bei Deiner vitalen Lebenshaltung, Deiner unverwüstlichen Beharrlichkeit, einen weiteren Intendanten zu erleben, so dass Du damit dann den Guinnesrekord von 6 erlebten Intendanten und den gleichzeitigen Verschleiß von Fünfen zu verzeichnen hättest.

Lieber Matthias, sei beglückwünscht, bleib tatkräftig, bleib reisefreudig und unternehmungslustig, bewahre Dir weiterhin Deine höchst erquickliche kritische Ironie, die oft einen Regisseur aus den Angeln zu heben vermochte, wir aber, die Umstehenden, uns krampfhaft beherrschen mussten, um nicht prustend herauszuplatzen, uns aber auch zeigte mit welcher Tiefgründigkeit Du versuchtest, Dich einer Figur zu nähern, um ja nicht in eine gefällige Oberflächlichkeit abzugleiten.

Bleib so, unverfälscht und direkt, zeig’s uns und ihnen und überhaupt immer wieder uns allen, und so kann ich Dir zum Schluss nur noch zurufen „Sichtlinie, Hummitzsch, Sichtlinie, noch nie was von Sichtlinie gehört?“.

Matthias Hummitzsch

Theaterpreis 2015 Matthias Hummitzsch © Rolf Arnold

Den Leipziger Theaterpreis 2014 des Freundeskreises Schauspiel e.V. erhält der Schauspieler Matthias Hummitzsch. Matthias Hummitzsch ist ein wahres Urgestein des Leipziger Schauspiels, seit über 30 Jahren gehört er schon zum Ensemble. Der Theaterpreis ehrt einen Künstler, der in all diesen Jahren mit viel Herzblut und großem schauspielerischem Können auch noch der kleinsten seiner Rollen etwas Unverwechselbares gegeben hat. Seine stete Präsenz und seine charismatische Schauspielerpersönlichkeit ließen unzählige Theaterabende zu einem besonderen Erlebnis werden. In Anerkennung dieser seiner Verdienste um das Leipziger Schauspiel ist Matthias Hummitzsch der Theaterpreisträger 2014.

Die Preisverleihung fand am 11. März 2015 im Anschluss an die Vorstellung „Kabale und Liebe“ statt, in der Matthias Hummitzsch in der Rolle des Miller zu sehen ist. Die Laudatio – hier zum Nachlesen – hielt Friedhelm Eberle.

Barbara Trommer
Cordelia Wege

Theaterpreis 2013 für Barbara Trommer und Cordelia Wege © Therese Stuber

Der Leipziger Theaterpreis 2012/2013 des Freundeskreis Schauspiel Leipzig e.V. wird in diesem Jahr an die Schauspielerinnen Barbara Trommer und Cordelia Wege verliehen.

Barbara Trommer ist seit 1970 am Schauspiel Leipzig engagiert. Über alle Spielzeiten hat sie ihre schauspielerische Substanz erhalten und beeindruckt durch gradlinige und direkte Spielweise.  Dem Zuschauer bleiben besonders ihre ausdrucksstarken Charakterdarstellungen im Gedächtnis.

Cordelia Wege begeistert durch starke Bühnenpräsenz und die körperliche wie sprachliche Anmut Ihres Spiels. Sie vermag Ihren Figuren ein Geheimnis zu verleihen und versteht es auf besondere Weise, ihre Interpretation mehrdeutig anzulegen. Der charismatischen Schauspielerin gelingt es immer wieder, den Zuschauer auf die dargestellten Personen und deren Welt neugierig zu machen.

Die Preisverleihung fand am Samstag, 25.05.2013 im Anschluss an die Vorstellung ION (Regie: Armin Petras) im Centraltheater statt. Die Laudatio hielt Tobias Prüwer.

Steve Binetti

Steve Binetti © Rolf Arnold / Centraltheater

Steve Binetti, seit 2009 vielfach präsent in Inszenierungen des Centraltheaters, bringt mit seiner Musik einen ganz eigenen Ton in das Geschehen auf der Bühne. Kaum merklich leise spielt er sich in den szenischen Ablauf hinein, verwebt sich mit den Ereignissen und der Schauspieleraktion – anfangs scheinbar als Hintergrundsmusik, um sich dann allmählich zunehmend in das Bewusstsein des Zuschauers zu spielen.

Seine Klänge, die dem ein oder anderen anfänglich eher als bloßes Beiwerk erscheinen können, vermisst man, sobald sie verklungen sind. Dabei zeichnet diese Musik Intuition und Kreativität aus und das Feingefühl, an der richtigen Stelle aus dem Schatten zu treten. Sie erreicht damit eine bemerkenswerte dramatische Funktion. So wird man am Ende des Stückes feststellen, dass er etwas zu sagen, sprich: zu spielen hatte, dass  er sich eingeprägt hat: Man vermisst die gerade verklungenen Töne dieses eigenwilligen Begleiters Steve Binetti, eine Ausnahmeerscheinung.

Zahlreiche Aufführungen des Centraltheaters Leipzig erhalten durch Binettis Musik einen spezifischen ästhetisch-künstlerischen Akzent.

Die Verleihung des Theaterpreises 2011/12 fand am 17. Juni 2012 im Anschluss an die Vorstellung von „Der Trinker“ im Rangfoyer des Centraltheaters statt. Die originelle Lauditio hielt Sebastian Krumbiegel – und zwar am Klavier. Der Musiker hatte einen eigenen Laudatio-Song im Gepäck und richtete nach seinem Vortrag auch noch einige persönliche Worte an den Preisträger. Dr. Doris Flagmeyer und Alexander Sense überreichten dann die Theaterpreisurkunde an einen sichtlich gerührten Steve Binetti. Zu den Gratulanten gehörten neben dem Freundeskreis-Vorstand auch Intendant und künstlerischer Wegbegleiter Sebastian Hartmann und Schauspielerkollege und „Trinker“-Konterpart Samuel Finzi.

Wir bedanken uns herzlich bei Rolf Arnold und Renée Rudolph für die Fotos.

Hagen Oechel
Guido Lambrecht

Guido Lambrecht und Hagen Oechel erhalten den Leipziger Theaterpreis 2010 des Freundeskreises des Schauspiel Leipzig e.V. Mit der Preisvergabe würdigt der Freundeskreis zwei Schauspieler, die mittels ihrer künstlerischen Gegenwärtigkeit und Individualität zu den prägenden Persönlichkeiten eines homogenen und spannenden Ensembles gehören.

Lambrecht wie Oechel weisen sich durch ihre eigenen Arten (und Eigenarten!) der Darstellung als Teamplayer aus, die sich vollends in den Dienst der Inszenierung stellen. Als solche tragen sie maßgeblich zur überregionalen Aufmerksamkeit bei, die sich das Centraltheater binnen zweieinhalb Spielzeiten erarbeitet und erspielt hat. Mehr noch sind sie zwei Garanten dafür, dass viele Leipziger aller Altersklassen ihr Interesse an zeitgenössischem Theater und am Centraltheater als „kulturellem Leuchtturm“ ihrer Stadt (neu-)entdeckt haben.

Die Verleihung des Theaterpreises 2010 fand am 27.02.2011 im Anschluss an die beeindruckende und emotionale Vorstellung von „Paris, Texas“ im Centraltheater statt. Die Preisträger Guido Lambrecht und Hagen Oechel wurden für ihre herausragenden Leistungen geehrt. Nachdem Dr. Doris Flagmeyer, im Namen des Freundeskreises, einige Worte an die Besucher richtete, folgte eine sehr persönliche Laudatio durch Intendant Sebastian Hartmann. Darin erinnerte er an die 22 jährige Freundschaft mit beiden Preisträgern und an ihre gemeinsamen Stationen auf diversen Bühnen in Deutschland. Im Anschluss folgte ein Sektempfang im Parkettfoyer, bevor der Abend in einer gemütlichen Feier im Pilot endete.

Anita Vulesica

Theaterpreis 2009 für Anita Vulesica.

Anita Vulesica, geboren 1974 in München, aufgewachsen in Kroatien und Berlin. Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. 2001-2004 erstes Engagement am Theaterhaus Jena. Ab 2004 freischaffend tätig am Nationaltheater Weimar, an der Schaubühne Berlin, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Staatstheater Stuttgart und anderen. Arbeiten für Film und Fernsehen u.a. Tatort München, Polizeiruf Schwerin, diverse Spielfilme und Serien. (Quelle: Centraltheater Leipzig)

Als Protagonistin wesentlicher Aufführungen der ersten Spielzeit unter Sebastian Hartmann fiel Anita Vulesica der Jury durch ihre große Bühnenpräsenz, ihre Wandlungsfähigkeit und die Stimmigkeit ihrer Rollengestaltungen auf. Ihr vitales und genussvolles Spiel überträgt sich auf die Zuschauer, es ist eine Freude, sie singen zu hören (und zu sehen!). Mit diesen großen Möglichkeiten kann sie so unterschiedliche Rollen verkörpern wie die Mary Cavan Tyrone in „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ oder den Stelzfuß in „The Black Rider“.

Die Preisverleihung fand am 18. Oktober 2009 auf der großen Bühne im Anschluss an eine Vorstellung von EINES LANGEN TAGES REISE IN DIE NACHT statt. Die Laudatio hielt Rainald Grebe.

Thomas Hertel

Den Theaterpreis 2008 erhält Herr Thomas Hertel, Initiator der Reihe „mund & knie“ am Schauspiel Leipzig. Mittlerweile hat „mund & knie“ eine neue Heimat an der Schaubühne Lindenfels gefunden.

„mund & knie“ ist irgendwie aus Leipzig nicht mehr wegzudenken. Nach der Erfolgsgeschichte der Reihe am Schauspiel Leipzig konnte nach dem dortigen Intendantenwechsel nicht einfach Schluss sein. Nun soll aus dem losen Zusammenschluss verschiedener Künstler ein eigenes „Orchester-Theater“ entstehen: das mund-&-knie-orchester. Thomas Hertel ist Initiator und künstlerischer Leiter des Ensembles, dessen Fundament in der Symbiose von Musik, Theater, Lautpoesie und Cartoon-Animation besteht. (Quelle: www.schaubuehne.com)

Wolfgang Engel

Wolfgang Engel erhält den Leipziger Theaterpreis 2007

Mit der Verleihung des Leipziger Theaterpreises würdigen die Preisgeber die herausragenden Verdienste und das große, nichtnachlassende Engagement von Prof. Engel für die Stadt Leipzig und ihr Schauspiel.

Prof. Engel hat das Schauspiel Leipzig in komplizierten Zeiten 13 Jahre lang auf Kurs gehalten und auftretende Schwierigkeiten mit großem Geschick gemeistert.
Ihm sind in dieser Zeit als Regisseur viele im Gedächtnis bleibende, hervorragende Inszenierungen zu verdanken. Besonders seine intensive Auseinandersetzung mit den Klassikern und die Förderung hoher Sprachkultur haben hierbei weithin beachtete Maßstäbe gesetzt.

Prof. Engel ist es gelungen, ein Ensembletheater von ganz außergewöhnlichem Niveau aufzubauen und über die Jahre hin zu erhalten. Er hat dafür konstant und konsequent junge Regisseurinnen und Regisseure und junge Schauspielerinnen und Schauspieler gefördert.

Er hat den Freundeskreis des Schauspiels Leipzig, als die Restitutionsansprüche auf das Schauspielhaus bekannt wurden, bei der Sammlung des städtischen Eigenanteils für die Fassadenrenovierung und bei den erfolgsgekrönten Bemühungen um die Einigung zwischen Alteigentümern und der Stadt unterstützt.

Anja Schneider

Anja Schneider © Rolf Arnold

„Ich kann Figuren ganz schlecht einfach behaupten, vielmehr muss ich den Punkt finden, an dem ich mir selbst glaube“, sagt Anja Schneider selbst zu dem, was sie auf der Bühne tut.

Der Hingabe der Schauspielerin Schneider kann sich der Zuschauer nicht entziehen. Sie wird zu einer Herausforderung und Forderung an ihn, die ihn direkt trifft. Indem sie durch die Rollen hindurch sich zeigt und aussetzt, konfrontiert sie uns mit unserer eigenen Nacktheit, Blöße und Endlichkeit. Und sie konfrontiert uns mit dem radikal Anderen, dem Unbekannten, das wir nie ganz kennen und nie beherrschen werden und in dem Zukunft liegt.

(Aus der Jury-Begründung)

Armin Petras

Der Regisseur Armin Petras, wer wüßte es nicht, ist an vielen Orten dieses Landes zu Hause. Warum erhält er heute den Leipziger Theaterpreis? Die Antwort darauf fällt nicht schwer: Armin Petras und sein Double, der Stückeschreiber Fritz Kater, haben mit ihrer Theaterarbeit die Stadt Leipzig und ihr Schauspielhaus in einzigartiger und exemplarischer Weise bereichert und beschenkt. Dafür danken wir Armin Petras von ganzem Herzen.