Der Freundeskreis Schauspiel beim Leipziger Ballett

Am 12. Februar 2025 besuchten Mitglieder des Freundeskreises die Ballettaufführung „Humans“ in der Leipziger Oper.

Der Doppelabend „Duende“ und „STRIP“ – choreographiert von Sofia Nappi und Luis Stiens – bot neben schöner Musik von Clara Schumann, Henry Purcell und Schuberts unvollendeter Symphonie eine hervorragende Tanzdarbietung der Leipziger Compagnie.

Die von Sofia Nappa und Louis Stiens entwickelten Choreographien zeigten die große künstlerische Bandbreite der Companie von Ballett über zeitgenössischen Tanz bis hin zu ausdrucksstarker Performance.

Vor der Vorstellung gab es ein sehr schönes und konstruktives Gespräch mit dem Förderverein des Leipziger Balletts und in der Pause konnten wir uns am Stand des Fördervereins über die Aktivitäten informieren.

 

Opernbesuch „Peter Grimes“

In dieser Spielzeit hat sich der Freundeskreis ortsnahe „Theaterfahrten“ vorgenommen. So besuchten wir am 15. Oktober gemeinsam eine Vorstellung in der Oper. Peter Grimes von Benjamin Britten beeindruckte uns alle sehr. Die Oper ist voller Spannung, und die Weite des Meeres, die Stürme, aber auch die sozialen Verwerfungen sind deutlich zu spüren, so der Tenor im Pausengespräch.

Der Chor der Oper Leipzig war wie immer großartig, aber auch die Solisten, allen voran Brenden Gunnell als Peter Grimes, lösten Begeisterung aus. Das Bühnenbild, die Kostüme und die Musik des Gewandhausorchesters untermalten die Handlung auf eindrucksvolle Weise.

20 Jahre Freundeskreis Schauspiel Leipzig

© Rolf Arnold/Schauspiel Leipzig

Im Anschluss an die Premiere „Jahrestage“ fand am 18.03.2023 die Feier zum 20. Jahrestag des Freundeskreises Schauspiel Leipzig im Foyer 1 statt.

Für die Unterstützung, bei der Durchführung der Feierlichkeiten möchten wir uns  herzlichst beim gesamten Team des Schauspiel Leipzig bedanken.

Unsere Lesung mit Kerstin Hensel

Eine weitere Veranstaltung im Rahmen „20 Jahre Freundeskreis“ fand am 22. November im Foyer1 des Schauspielhauses statt. Die Autorin Kerstin Hensel las aus ihrem Lyrikband „Cinderella räumt auf“ und ihrer Novelle „Regenbeins Farben“. Die Novelle beginnt auf einem Friedhof in der Nähe der Einflugschneise eines Flughafens, auf dem sich regelmäßig drei Frauen treffen, um die Grabstätten ihrer verstorbenen Männer zu pflegen. Schon der skurrile Beginn machte neugierig auf den Fortgang der Handlung. Wenn dann am Ende geäußert wird „Das Buch kaufe ich mir“, zeigt das, wie gut Kerstin Hensel mit ihrer Geschichte ankam. Angetan waren die Besucher auch von den Gesprächen in der Tafelrunde in der Kantine, bei denen die andere Seite von Kerstin Hensel als Professorin der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch zum Tragen kam.

Theaterfahrt nach Halle

Nach langer Zwangspause gab es endlich wieder eine Theaterfahrt. Am 17. Juni 2022 ging es nach Halle. 10 Freundeskreismitglieder trafen sich voller Freude über die lang vermisste Begegnung im Café der Kulturinsel Halle und kamen bei einem Glas Wein, Wasser o.a. und Essen ins Gespräch miteinander, das später bei der gemeinsamen Heimfahrt fortgesetzt wurde. Wir sahen im „Neuen Theater“ Kafka „Das Urteil“ in einer Bühnenperformance mit Nils Andre Brünnig. Wie so oft bei Kafka blieb das Vorgefallene im Dunkel und löste unsere Diskussionen aus. Insbesondere erstaunte uns der Schluss mit den Worten „Das Schloss brennt“. Wir kamen aber überein, dass wir damit eine gute Anknüpfung zum „Schloss“ in unserem Schauspielhaus gefunden hatten.

Theaterfahrt in die Dreigroschen-Oper Halle

Die Theaterfahrt in der Saison 2018/19 führte uns am Sonntag, dem 14.04 2019 in die Oper Halle Dort konnten wir die Dreigroschenoper sehen – und guten Bekannten wieder begegnen: Martin Reik und Matthias Brenner. In der Kritik heißt es: „Brenner hat für seinen Peachum neben aller Ironie auch einen Zipfel Theaterkönigswürde dabei. Damit lassen sich auch die Songs flankieren….Und natürlich ist Martin Reik als Mackie Messer eines der Pfunde dieser Inszenierung. (Naja – ein paar mehr als eins). Raumfüllend präsent, phantastisch bei Stimme, der sympathische Ganove von nebenan, dem die Frauen natürlich zu Füßen liegen.“ (Joachim Lange, 20.02.2018, Neue Musikzeitung).

Wir waren 16, die sich auf den Weg machten und im Operncafe vor der Vorstellung auf einen Kaffee oder Tee zusammentrafen. Dass uns Martin Reik – schon im Kostüm – dort begrüßte, war ein besonderer Glanzpunkt. Die Vorstellung fand unseren Beifall und es blieb festzustellen: Warum denn in die Ferne schweifen, das Gute kann ganz nah sein“.

Homo Faber in Chemnitz

Am 16.02.2018 führte uns eine Theaterfahrt nach Chemnitz. Dort besuchten wir „HOMO FABER“ von Max Frisch. In der Nachtkritik wurde postuliert „Hasko Weber erzählt in seiner Inszenierung schnörkellos vom fehlbaren Menschsein.“ In bewährter Weise besuchten wir vorher eine interessante Ausstellung – dieses Mal die Kunstsammlungen Chemnitz, Museum am Theaterplatz und bewunderten den Formen- und Farbenreichtum der zahlreichen Werke von Schmidt-Rottluff.

15 Jahre Freundeskreis

Der Freundeskreis Schauspiel Leipzig wird 15 Jahre! 15 Jahre das gewisse Stück näher dran am Bühnengeschehen. 15 Jahre Premierenfieber. 15 Jahre Förderung unseres Schauspiels.

Nun liegt unser Höhepunkt im Vereinsjahr, die Party zum 15. Geburtstag des Freundeskreises, hinter uns. Es war eine sehr schöne Veranstaltung. Wir haben nur positive Rückmeldungen bekommen, einige auch an den folgenden Tagen schriftlich oder per E-Mail. Darüber freuen wir uns als diejenigen, die alles organisiert haben.

Sehr dankbar sind wir Enrico Lübbe und seiner Mannschaft dafür, dass wir die Bühne nutzen durften, dass die Techniker uns unterstützt haben, dass Mitarbeiter an der Garderobe, im Parkettfoyer usw. für uns gesorgt haben.

Und ganz toll war das Programm, das wir erleben durften. Herzlichen Dank sagen wir Annett Sawallisch, Dirk Lange, Andreas Keller, Elias Popp und last but not least Brian Völkner und Alexander Sense. Eine große Überraschung war auch für uns, dass Alexander Sense neben seinem Organisationstalent toll singen kann. Schön war auch, dass Roman Kanonik dann im Parkettfoyer für uns aufgelegt hat.

Katharina Schmidt & Michel Houellebecq

Dann wird alles ruhig, und zurück bleiben nur sich im Wind wiegende Gräser. Die Vegetation trägt den endgültigen Sieg davon. So endet Michel Houellebecqs (Anti)-Künstlerroman Karte und Gebiet, aus dem » Schauspielerin Katharina Schmidt Ende April in der Galerie für zeitgenössische Kunst für uns gelesen hat.

Die von ihr ausgewählten Textstellen des Romanes um Künstler, Kunst und Kunstmarkt nahmen gekonnt die Verknüpfung von Schauspielkunst und Bildender Kunst auf.  Ein ganz herzlicher Dank an Katharina Schmidt für die beeindruckend und hervorragend vorgetragenen Passagen und an die Galerie für zeitgenössische Kunst für gute Zusammenarbeit.

 

„Amerika“ am Staatsschauspiel Dresden

Unsere Theaterfahrt nach Dresden, Sonntag, den 14. Juni, wurde auch in diesem Jahr zu einem Höhepunkt unserer Vereinsarbeit. Am Vormittag besuchten wir im Deutschen Hygienemuseum die sehr gelungene Sonderausstellung „Freundschaft – was uns verbindet“. Eine spezifische inhaltliche Differenzierung prägte die Säle auch aus ästhetischer Sicht sehr überzeugend. Am späten Nachmittag sahen wir Wolfgang Engels Inszenierung „Amerika“ von Franz Kafka. Auch hier nötigte uns die künstlerische Umsetzung großen Respekt ab.

» Amerika, Staatsschauspiel Dresden, Regie: Wolfgang Engel

@ David Baltzer

Über Alma Mahler-Werfel

Bernd-Michael Baier und Annett Sawallisch in ANTIGONE. © Rolf Arnold

Mit dem 7. Leseabend ist es uns gelungen, in überzeugender Weise zwei Künste miteinander zu verbinden – das gesprochene Wort mit der Musik. Bernd-Michael Baier und Annett Sawallisch lasen über Alma Mahler-Werfel. Die Darbietung ihrer pikanten Lebensgeschichte wurde von der Pianistin Eva Sperl musikalisch begleitet. Erfreulicherweise hatte uns das Mendelssohn-Haus seinen Konzertsaal zur Verfügung gestellt.

Auf den Trümmern des Sozialismus

Beim Leseabend 6 lasen für uns Jonas Fürstenau und seine Frau Dorothea Arnold aus dem im vergangenen Jahr erschienenen Buch „Secoundhand-Zeit“ von Swetlana Alexijewitsch. Mit Geschichten von einem Leben auf den Trümmern des Sozialismus in der ehemaligen Sowjetunion entwickelte sich eine Atmosphäre, in der die Tragik dieser Schicksale spürbar wurde.

„Faust“ in Weimar

2013 führte uns die Theaterfahrt nach Weimar, um die neue Interpretation des „Faust“ in der Regie von Hasko Weber anzuschauen. Die Inszenierung war stark von einer komödiantischen Theatralik geprägt, die mit Brüchen von minimalistisch-zeitlosem und aufwendigerem altmodischen Kulissenhintergrund unterstützt wurde. Ein leicht ordinärer Mephisto (Sebastian Kowski) versucht als Dealer den von Drogen-Phantomen besessenen Faust (Lutz Salzmann) in die Irre zu führen – denn, der Versuch, dem Studierzimmer endgültig zu entfliehen, ist vergeblich. Ein packender Theaterabend in Verbindung mit dem Besuch der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek machte diese Reise unvergesslich.

» „Faust“
Deutsches Nationaltheater Weimar. Regie: Hasko Weber
© Mathhias Horn

Abschiede und Wiedersehen. Begegnungen

Im historischen Wartesaal des Leipziger Hauptbahnhofes lasen Birgit Unterweger und Manuel Harder dem Publikum stimmungsvoll von traumhaften Begegnungen, seltsamen Wiedersehen und hoffnungsfrohen Abschieden.

Birgit Unterweger und Manuel Harder sind für den Freundeskreis aus dem Centraltheater in den eindrucksvollen historischen Wartesaal gekommen. Wie viele Abschiede und Wiedersehen dieser Raum wohl gesehen hat? Wie viel Freude, wie viel Sehnsucht? Was passt also besser zu einem Bahnhof als Geschichten vom Begegnen, vom Abschied? Zeilen aus dem Wartesaal der Augenblicke sozusagen. Texte von Goethe, Neruda, Fitzgerald und Schnitzler haben die beiden Schauspieler im Gepäck.

Nur zwei Leselampen beleuchten den Saal, durch die großen Frontfenster fällt schwach das Licht der abendlichen Innenstadt. Aus dem Dunkel hinter den Zuschauern tritt langsam Birgit, nein, halt: tritt die Dirne Leokadia aus Schnitzlers Reigen und begegnet dem Soldaten am Lesetisch. Die nächsten zwei Stunden treffen wir an verschiedenen Stationen auf die Kellys, das jungen Paar, das F. Scott Fitzgerald humorvoll und abgründig auf eine „Reise ins Ausland“ schickt und das dabei vielen Menschen, am Ende aber immer nur sich selbst begegnet. Neruda wird sich von seiner Liebe verabschieden und dazwischen: immer wieder Schnitzler: Der Reigen, die Traumnovelle. Nach knapp zwei Stunden geht die stimmungsvolle Lesung mit großem Beifall für die beiden Schauspieler zu Ende. Der Freundeskreis zieht den Hut und bedankt sich herzlich bei Birgit Unterweger und Manuel Harder.

Intendant Sebastian Hartmann

Die spezielle Arbeitsweise Sebastian Hartmanns wird in der Theaterlandschaft als „Leipziger Handschrift“ bezeichnet. Zum Gespräch darüber traf sich der Freundeskreis mit dem Intendanten im Centraltheater.

Ausgangspunkt für den 4. Gesprächsabend am 28. Februar im Rangfoyer des Centraltheaters war der Gedanke: Sebastian Hartmann macht Theater, das sich keinem Regiestil eindeutig zuordnen lässt.

In einem intensiven, breit gefächerten Gespräch wurde deutlich, wie sich bei einem Theatermacher philosophisches, bildhaftes und szenisches Denken auf einem bestimmten literarischen Hintergrund miteinander verbinden. In diesem Kontext wuchs das Verständnis dafür, dass für Sebastian Hartmann Farben, Bewegungen und Sinnlichkeit multiplizierende Objekte eine stärkere Ausdruckskraft besitzen als das Wort. Für ihn bleibt ein Wort „dünn“ im Verhältnis zur Bandbreite und Tiefe von Wahrnehmungen und Empfindungen. Das Verflechten von Handlungsabläufen mit Slapstick-ähnlichem Handeln der Schauspieler – was durch Improvisieren zustande kommt – sieht Sebastian Hartmann durch das per se sehr lustvoll agierende Schauspielerteam gerechtfertigt.

Dadurch werden auch ernste Inhalte mit einem gewissen Humor verwoben vorgetragen, ohne die psychologische Tiefe des Stückes zu beschädigen. Die sinnliche Überhöhung schon in der Realität sinnlich kaum erträglicher Vorgänge, was manchen Zuschauer zuweilen einen Zustand der Sinnentleerung empfinden lässt, bezeichnete demgegenüber Sebastian Hartmann als das Entstehen eines „denkfreien“ Raumes, der dem Nachspüren, aber auch der „Faszination des Hässlichen“ Platz macht.

Die spezielle Arbeitsweise Sebastian Hartmanns wird in der Theaterlandschaft als „Leipziger Handschrift“ bezeichnet. Dazu gehört für bestimmte Stücke, wie „Eines langen Tages Reise in die Nacht“, ein Handeln der Schauspieler, das Eingeweihte in Theaterproduktionen als Improvisieren betrachten. Für Sebastian Hartmann stellt sich das als ein „freies Spielen“ dar, in dem jeden Abend auf der Bühne das Stück neu entwickelt wird. Das aber bleibt dem uneingeweihten Zuschauer weitestgehend verborgen. In diesem Zusammenhang schilderte Sebastian Hartmann auch sehr anschaulich, wie kompliziert sich bei dieser Auffassung von Theater die Proben gestalten.

Der Regisseur Robert Borgmann

Robert Borgmann © Rolf Arnold

VATERMORD war im April 2011 zum Münchner Theaterfestival RADIKAL JUNG eingeladen. Dr. Doris Freeß resümiert den spannenden Gesprächsabend 2 des Freundeskreises:

Der provozierende Anstoß mit der Formulierung einer persönlich empfundenen und gedeuteten Problemlage sowie die daraus geschlussfolgerte Botschaft des Stückes ließ uns schnell mit dem Regisseur Robert Borgmann ins Gespräch kommen.

Die zusammenfassende Symbolik des Stückes beruht auf einer riesigen Möbelskulptur, in und auf der sich der Gang des Stückes fortbewegt, die gleichermaßen Enge und Engstirnigkeit zum Ausdruck bringt. Dazu machte Robert Borgmann deutlich, dass dieser außergewöhnliche Regieeinfall seiner Biografie – Ausgangsstudium Bildende Kunst – und seiner künstlerischen Vorliebe für die Plastik geschuldet ist. Sein Nachdenken über eine Inszenierung beginnt immer mit dem Nachdenken über den Raum, in dem „etwas“ stattfinden soll. Und diesen Raum formt er als Erstes selbst als plastisches Modell und versenkt sich erst dann, wenn dieser Raum „real“ vorhanden ist, in seine symbolhaltige Bespielbarkeit.

Für die erste Inszenierung in der neuen Spielzeit hat Robert Borgmann das Raummodell bereits gebaut. Wir dürfen wieder gespannt sein! Wir freuen uns sehr, Robert Borgmann künftig als Hausregisseur an unserem Theater zu wissen.